“Waschtag”
Kurzkrimi von Regina Gärtner
in der Krimianthologie
Die vielen Tode des Herrn S.
Hrsg.: Mischa Bach, Ina Coelen, Ingrid Schmitz
978-3-89705-242-0
Broschur, 240 Seiten, 9,- €
2002, Emons Verlag, Köln
»Der Mutige stirbt nur einmal, der Feigling millionenfach«, lautet ein Sprichwort. Ganz so oft stirbt Herr S. nicht, aber dennoch wird er gleich vielfach ermordet, und zwar von den »Mörderischen Schwestern«.
Dabei scheint Herr S. eigentlich ein ganz normaler Mann mittleren Alters zu sein. Jemand, der für seine Nachbarn die Urlaubsblumenpflege gewissenhaft verrichtet, alten Damen über die Straße hilft, Kindern Lutscher schenkt und den Hund der kranken Kollegin Gassi führt. Oder ist das Bild, das man sich von Kollegen und Nachbarn eben so macht, ganz falsch? Ist Herr S. weder nett noch Feigling, sondern vielmehr ein Fiesling, ein solches Ekel, dass ein Mord und ein Täter gar nicht reichen, um ihn ein für allemal loszuwerden?
Mit jeder Geschichte bröckelt ein Stück des harmlosen Bildes. Erstes ungläubiges Kopfschütteln nach einer Schreckenstat wird abgelöst von dem Schock der Erkenntnis und am Ende wollen alle plötzlich gewusst haben, »dass er zu gut war, um wahr zu sein«.
Aber schließlich ist die Wahrheit ein merkwürdiges Ding und liegt im Auge des Betrachters. Oder eben in der Fantasie der 22 KrimiautorInnen, die den Biedermann in Serie entlarven und so zeigen, warum sein Ende eigentlich das einzig denkbare für so einen Menschen wie ihn ist.
In der Kurzgeschichte Waschtag von Regina Gärtner versucht sich der sonst so feige Herr S. als geheimnisvoller Carlos, der den Bankräuber beraubt, und dafür bitterlich bestraft wird. Am Ende liegt er tot zwischen all den vielen Geldscheinen, die frisch gewaschen auf dem Wäscheständer und den Lehnen der Polstermöbel trocknen.
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Pressestimmen und Rezensionen:
„In diesem Buch wird Herr S. gleich mehrfach ermordet – in den Geschichten zahlreicher deutscher “Sisters in Crime”. […] Mit-Herausgeberin Mischa Bach hat diesen Herrn erdacht, und so mehr sie über ihn erfuhr, um so sicherer wußte sie: Herr S. muss sterben!
Sie rief ihre Krimi-Kolleginnen zur Hilfe, die nicht kniffen und Herrn S. in ihren [22] Kurzgeschichten ganz individuell umbrachten. Eine originelle Idee, die überwiegend unterhaltsam und spannend umgesetzt wurde.“
Kundenrezension bei amazon.de
“Die vielen Tode des Herrn S.” funktioniert etwas anders als die üblichen Verdächtigen äh Sammlungen von Kurzkrimis. Sie hat durchaus seriellen Charakter, nur dass hier nicht etwa der Kommissar, sondern die Leiche die wiederkehrende Figur ist. Herr S. mag auf den ersten Blick ein ganz normaler, unscheinbarer Mensch sein, aber was sich hinter seiner harmlosen Fassade verbirgt, brauchte verschiedene Autorinnen und diverse Morde, um erst an die Oberfläche und dann um die Ecke gebracht zu werden.“
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