über Regina Gärtner

1964
An einem kalten Dezembertag erblicken nicht nur Hape Kerkeling und Johannes B. Kerner das Licht der Welt, sondern auch Regina Gärtner. Vermutlich ist sie die Älteste von den Dreien, da sie bereits um 0.45 Uhr ihr Geschrei erschallen ließ.
1972
RG entdeckt die öffentliche Bücherei ihres Heimatdorfes Alpen (am Niederrhein) und entschließt sich spontan, ein Bücherwurm zu werden.
1973
Die Watergate-Affäre erschüttert die Glaubwürdigkeit des höchsten Amtes der Vereinigten Staaten von Amerika. Auch RG kommen erste Zweifel, ob es in der Welt mit rechten Dingen zugeht.
1977
In diesem Sommer versucht sich RG an einer herzzerreißenden Geschichte für Kinder. Elvis Presley verstirbt kurz darauf.
Die Geschichte spielt übrigens zufällig in einem Internat, ganz ähnlich der heimeligen Lehranstalt, in der ein Zögling namens Harry Potter nur wenige Jahrzehnte später enden wird.
1981
RG schafft es, verdeckt recherchierend als freie Mitarbeiterin, die Lokalredaktion der NRZ zu unterwandern. Ebenfalls im gleichen Jahr bringt sie gemeinsam mit einer kleinen Zelle renitenter Jugendlichen eine Schülerzeitung heraus.
1983
Im Herbst zieht Regina Gärtner vom beschaulichen Niederrhein hinaus in die weite Welt, also nach Aachen, dem geosympathischen Zentrum Europas – an den Grenze zu Belgien und den Niederlanden. Studium der Germanistik und Politikwissenschaften an der RWTH, einer technischen Universität mit einem riesigen Männerüberschuss. Die Quote steht bei 1 Frau zu 7 Männern. Noch mal gut gegangen.
1984
RG wird der erste weibliche DJ (DiscJockey) in Aachen. Das Studium muss finanziert werden, also kellnert sie in einer der örtlichen Studentenkneipen. Nebenbei lernt sie Italienisch und Niederländisch.
1987
Die ARD strahlt statt der aktuellen Neujahrsansprache von Bundeskanzler Helmut Kohl versehentlich die Ansprache vom Vorjahr aus. RG beschließt enttäuscht, das Land zu verlassen und reist viel innerhalb Europas, vor allem ins warme Italien und an die Küsten Hollands. Jetzt zahlt sich das Studium der fremden Zungen wirklich aus.
1989
RG wird bei einer Exkursion nach Weimar von der Dichterkunst beseelt und beschließt, sich intensiver der schreibenden Kunst zu widmen. Sie verändert ihr Leben. Nur wenige Monate später fällt die Mauer.
1990
John Irvings Owen Meany wird in deutsch veröffentlicht und avanciert forthin zum Lieblingsroman von RG.
1993
Abschluss des langen und ereignisreichen Studiums. Das muss erst mal belohnt werden. Nach einigen Monaten besonders harter Arbeit hat RG das Geld zusammen, um endlich die heiß ersehnte Reise nach Australien anzutreten. In diesem scheinbar grenzen- und zeitlosen Land findet sie endlich die Zeit zum Schreiben. Und lernt Tauchen. Während ihres außereuropäischen Aufenthaltes formiert sich bei den Parlamentswahlen in Italien die Partei Forza Italia des Medienunternehmers Silvio Berlusconi zu einer dominierenden Kraft. RG kehrt wider besseren Wissens auf den europäischen Kontinent zurück.
1995
Die Erfahrung im Schreiben zahlt sich aus. RG findet im mittlerweile heimischen Aachen eine Stelle als Pressereferentin. Das Geld muss sofort investiert werden, und zwar – war ja klar – in einer Reise nach Australien. Kaum sitzt RG im Flieger, einigen sich die Staats- und Regierungschefs der EU auf den Euro als gemeinsame Währung. Wieder kehrt RG nur wenige Wochen später gegen ihren Willen zurück.
1999
Die Karriere ruft und RG geht als Leiterin der Presseabteilung nach Heidelberg zum Spektrum Akademischer Verlag. Erste – weite – Schritte in die unendliche Spähre des Marketings.
2000
Das neue Jahrtausend bricht triumphal an. John Irving erhält den Oscar für das „Beste Drehbuch nach einer Romanvorlage” seines großartigen Werkes Gottes Werk und Teufels Beitrag. Und RG veröffentlicht ihren ersten Krimi: Tödliche Schöpfung. Der Krimi erscheint im Berliner Espresso Verlag. Besser kann es ja gar nicht mehr kommen.
2001
Wechsel zurück ins Rheinland. Man kann ja nicht ewig auf „d´r schäl Sick” leben. Jetzt wird Public Relation für Internationale Kinofilme gemacht. Ach ja, und dann war da noch die Heirat mit meinem Traummann. Was für ein Jahr.
2002
Nach einem kurzen crossmedialen Intermezzo geht RG zurück in die Buchbranche. Der Kölner Bundesanzeiger Verlag lockt sie mit großen beruflichen Perspektiven. Wieder Pressearbeit, wieder Werbung, und noch eine Kurzgeschichte WASCHTAG veröffentlicht.
2003
Immer noch beim Bundesanzeiger Verlag, aber jetzt heißt es eine neue Abteilung aufzubauen: Anzeigenmarketing.
Barnes & Nobel, der größte amerikanische Buchhändler, kündigt an, dass er keine herunterladbaren E-Bücher mehr verkaufen wird. Der richtige Zeitpunkt, um noch eine gedruckte Kurzgeschichte – WO DER HUND BEGRABEN IST – zu veröffentlichen.
2004
Bei einem Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar werden Tausende von Büchern durch Feuer, Rauch und Löschwasser beschädigt. Ein Ereignis, das RG sehr nahe geht, da sie diese Bibliothek mit großer Ehrfurcht und Filzpantoffeln durchwandelt hat. Um selbst größeren Feuerkatastrophen zu entgehen, zieht RG von Aachen nach Köln in ein Haus am See um.
2005
Weltweit werden 6.912 Sprachen aktiv genutzt – davon sind mehr als die Hälfte vom Aussterben bedroht, da sie kaum noch oder gar nicht mehr an Kinder weitergegeben werden. RG, deren gutes Englisch ebenfalls vom Aussterben bedroht ist, startet zu einer Wiederbelebungstour nach Australien. Sie kommt wieder nur gegen ihren Willen zurück.
2006
Im Job warten immer neue Herausforderungen auf RG: zusätzlich übernimmt sie – sehr erfolgreich – Projektarbeit: sozusagen als Fingerübung verhilft sie einer neuen Fachzeitschrift ins Leben. Auch eine Art zu publizieren.
2008/2009
Das globale Finanzsystem geht den Bach runter. Der richtige Zeitpunkt für einen Neuanfang ist gekommen. RG macht sich selbstständig mit einer kleinen Firma für Projektmanagement für Fachverlage und als freie Schriftstellerin. Man muss auch mal was wagen.

Regina Gärtner ist langjähriges Mitglied in den Organisationen SYNDIKAT und Mörderische Schwestern (vormals Sisters in Crime).
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Kriminalroman:
Tödliche Schöpfung, Espresso Verlag, Berlin
Kurzgeschichten:
Waschtag, in der Krimi-Anthologie: Die vielen Tode des Herrn S., Emons Verlag, Köln
Wo der Hund begraben ist, im Kriminellen Reiseführer vom Niederrhein: Tödliche Touren, Leporello Verlag, Krefeld